Film Aus

20.10. ab 18:00

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Blut und Loden am Atzenpass

(Trash/Heimatfilm, 40 min., Sprache: deutsch)

Blut und Loden am Atzenpass spielt überwiegend im Milieu des österreichischen und deutschen Heimatfilms der Nachkriegszeit. Hier findet sich der klassische Jäger als Herrenmensch, der Wilderer, durch die Not in die Kriminalität gezwungen, eine verbotene Liebe eine Schlagerstarkarriere ebenso wie Nasenbluten und weitere schwere Schicksalsschläge. Der Film ist eine opulente Kollage aus Heimatfilm, Heldengeschichte, Dokumentation Liebesfilm, Splatter, Animation, Musikfilm, Tragödie und vor allem Komödie. Der Film arbeitet mit Brüchen auf inhaltlicher und auf visueller Ebene, die Divergenz zieht sich zudem mit hoher Geschwindigkeit durch den Film, zu schnell um sich “einzusehen”.

Der Film ist eine künstlerischen Auseinandersetzung mit der Populärkultur, deren Inhalten und Bildwelten. Er bedient sich des Kitsches und des Klamauks, der romantisch-idealisierten Vorstellungen des klassischen Heimatfilms der 30er bis 60er-Jahre sowie dem Musical. Singende-Slapstick-Stereotypen ziehen sich durch den Film, durch extreme Überzeichnung oder Kombination von Unvereinbarem im Verlauf der Handlung wird die Parodie zur Satire, zur Antiphrase und wieder zur Parodie. Der Film greift Klischees auf, spielt mit ihnen, schafft Distanz zu diesen; und nicht zuletzt will er unterhalten und zum mitschunkeln animieren.

Wie Pferd - Gespräche mit 5 österreichischen Boxern und einem Generalsekretär

(Österreichpremiere / Dokumentation, 40 min., AUT)

Vor gut einem Jahr trafen sich Erika Eisenhut und Stephan Schwarz mit fünf österreichischen Boxern, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere außerordentliche Erfolge zu verzeichnen hatten. Im Zuge des Gesprächs wanderten Themen wie etwa Karriere, Selbstwahrnehmungen und gesellschaftliche Akzeptanz des Boxsports in Österreich in den Mittelpunkt. Der Film zeichnet ein oft tristes Bild von Profisportlern in Österreich mit Wurzeln im Ausland, dass von latenten Ängsten und oftmaliger Zurückweisung von Athleten mit Migrationshintergrund gekennzeichnet ist.

Karadeniz Jam

(Österreichpremiere/ On location live music- and videosessions, AUT)

Am 28. Juli 2010 spielte und interagierte der Musiker Markus Steinkellner auf einem Felsvorsprung im Schwarzen Meer bei Tirebolu/TR - während des Sonnenaufgangs - mit dem dort ansässigen Pfeifer Ibarahim Kodalak.

Damit setzte er die Reihe seiner "On location live music- and videosessions" fort, die er bereits in Wien, Gent und Linz durchgeführt hat. Das Ergebnis ist ein Film in Zusammenarbeit mit Stephan Schwarz und Erika Eisenhut getragen von Steinkellners und Kodalaks Klängen. Die Reise nach Tirebolu fand im Zuge des Projektes "Stadt der Vögel" von Stephan Schwarz statt, dass die Pfeifsprache - eine Sprache bestehend aus Pfiffen zur Verständigung über weite Distanzen hinweg - behandelt. Wir trafen Ibrahim Kodalak, der eigentlich als Haselnussbauer und Fahrer für die Arbeiter einer Teefabrik arbeitet. Er ist einer der wenigen die noch die Tradition einer Pfeifsprache im nahe gelegenen Dorf von Kusköy beherrscht.